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Was passiert, wenn man einen Hund "maßregelt", indem man ihn schüttelt?

Er bekommt Todesangst, denn Schütteln ist eine Sequenz aus dem Jagdverhalten mit der Absicht zu töten (um zu fressen). Ein Tier, das geschüttelt wird, weiß instinktiv, dass es sich in höchster Lebensgefahr befindet.

 

Todesangst verhindert Lernen

Ein Hund, der demnach Todesangst hat, ist nicht in der Lage zu lernen. Also rationale Rückschlüsse zu ziehen auf (im besten Fall) direkt zuvor gezeigtes Verhalten und seine, in dem Fall, äußerst negativen Konsequenzen. Er wird nicht denken, "oh, ich habe dies oder jenes gemacht, das sollte ich wohl besser lassen". 

Er kann nicht lernen, weil seine Gehirnaktivitäten zu diesem Zeitpunkt nicht im präfrontalen Kortex stattfinden, in dem kognitive Lernprozesse stattfinden, sondern in der reaktiven Gehirnhälfte - im Mandelkern -, in der die Reflexe und Instinkte das Sagen haben.

Beim Menschen ist das genauso. Versucht ihr doch mal eine Einkaufsliste zu schreiben, während ihr vor Wut rot seht. Das geht nicht. Schuld daran sind eben jene Gehirnhälften, die sich gegenseitig blockieren.

 

Verhalten erfolgreich und dauerhaft verändern zu wollen bedeutet aber, dem Tier die Chance zu geben, lernen zu können und ihm überhaupt mal zu zeigen, was es statt dessen machen kann.

 

Gefährliche Folgen

Ein Tier, das geschüttelt wird, wird zweifelsohne in seinem Vertrauen zum Menschen erschüttert. Mit der Folge, Angst zu entwickeln. Und aus Angst entsteht entweder Unterwerfung bis hin zur erlernten Hilflosigkeit oder, im Gegenteil, Aggression, oder auch Mischformen, denn das Tier kann ja nicht einfach zuschauen, wie es in Todesgefahr gebracht wird. Also wird es eine Überlebensstrategie entwickeln, die uns mglw. in Zukunft einige Probleme bereiten wird. 

Und schon haben wir eine neue und nicht gerade angenehme Baustelle - hausgemacht!